Wenn Copilot einen Absatz umformuliert, eine Tabelle auswertet oder eine Folie überarbeitet, steckt dahinter ein bestimmtes Sprachmodell – und seit einigen Monaten müssen Sie dieses Modell nicht mehr hinnehmen. Im Copilot-Bereich von Word, Excel und PowerPoint sitzt oben rechts eine Modellauswahl, in der neben den OpenAI-Modellen auch Anthropic-Modelle wie Claude Sonnet 5 und Claude Opus stehen.
Interessant wird das bei Texten, bei denen Ton und Argumentation zählen: Dort merkt man den Unterschied zwischen zwei Modellen deutlich eher als bei einer Rechtschreibkorrektur. Wir zeigen, wo die Auswahl steckt, was in welcher App zur Verfügung steht – und warum das Menü bei vielen gar nicht auftaucht.
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Neu ist an dieser Funktion wenig – sichtbar ist sie für viele trotzdem zum ersten Mal. Die Modellauswahl beim Bearbeiten mit Copilot in Word rollte Microsoft zwischen Mitte und Ende Mai 2026 aus; in den Release Notes taucht sie erst seit dem 11. August auf. Claude Sonnet 5 kam am 2. Juli 2026 in Microsoft 365 Copilot an, zunächst in Copilot Cowork und in PowerPoint, für Word im Lauf des Sommers. Wer die Auswahl also heute entdeckt, entdeckt nichts Frisches, sondern etwas, das seit dem Frühjahr schrittweise eingeschaltet wurde.
Womit man rechnen sollte: Die Auswahl sieht nicht in jeder App gleich aus, und sie ist längst nicht überall vollständig. Wer in Word ein Modell gewohnt ist, findet es in PowerPoint möglicherweise nicht wieder – der Umbau läuft noch. Und ob Sie die Anthropic-Modelle überhaupt angeboten bekommen, entscheidet Ihre Organisation einmal für alle drei Apps gemeinsam.


Das haben wir am 18. September 2026 in unserem eigenen Tenant gesehen: In Word steht die volle Auswahl bereit, auf der Anthropic-Seite Sonnet 5 und Opus, dazu mehrere OpenAI-Modelle. In Excel listet das Menü Opus 4.8, Opus 5 und Sonnet 5 sowie GPT-5.6. In PowerPoint dagegen bleibt auf der Anthropic-Seite nur Claude Opus übrig, daneben GPT-5.6 – Sonnet 5 fehlt, obwohl Microsoft PowerPoint in der Ankündigung vom 2. Juli 2026 ausdrücklich genannt hat.
Die Modellauswahl macht sichtbar, was vorher eine Blackbox war: Sie sehen jetzt, wer an Ihrem Dokument arbeitet, und können es wechseln. Praktisch ist das vor allem für Texte, bei denen Ton und Struktur zählen. Zugleich zeigt der Blick in die drei Apps, dass dieser Umbau noch läuft – dieselbe Funktion, drei unterschiedliche Listen, und eine Ankündigung, die in PowerPoint noch nicht eingelöst ist. Wer die Auswahl ernst nimmt, behandelt sie also am besten wie ein Werkzeug, das man ausprobiert, und nicht wie eine Einstellung, die man einmal richtig setzt.